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Neue Broschüre für suchtkranke Schwangere erschienen

Die Sucht- und Drogenkoordination Wien und die Niederösterreichische Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung haben gemeinsam eine Broschürenreihe zum Thema Sucht und Schwangerschaft gestartet. Die erste, im November 2010 erschienene Broschüre „Schwangerschaft und Drogen“ richtet sich direkt an von illegalen Substanzen abhängige Schwangere. Österreichweit ist dies das erste Produkt dieser Art.

Das 82 Seiten starke Heft ist leicht lesbar, ansprechend gestaltet und soll die wichtigsten Fragen rund um medizinische und soziale Aspekte klären, die das Thema Schwangerschaft für die spezielle Zielgruppe aufwirft. Weiters soll die Broschüre auch Hilfestellung während den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft sowie in den ersten Monaten nach der Geburt des Kindes anbieten.

„Ziel war es, dieses schwierige Thema so zu formulieren, dass alle wesentlichen Botschaften vermittelt werden und die Broschüre trotzdem ein verständlicher Ratgeber für die Frauen ist, und sie direkt anspricht“, so Dr.in Hermine Schmidhofer, stv. Geschäftsführerin und Leiterin des Bereichs Beratung, Behandlung und Betreuung der Sucht- und Drogenkoordination Wien. Durch Grafik und Layout wurden die wesentlichen Punkte für jene herausgehoben, die die Broschüre nur kurz durchblättern. Mit der Unterstützung des Texts durch die Grafik wurden auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie derartige zielgruppenspezifische Broschüren aufgebaut werden können.

Breite Expertise

„Wesentlich an dieser Publikation ist, dass ExpertInnen aus den verschiedensten Bereichen an einen Tisch gekommen sind, um an diesem Thema gemeinsam zu arbeiten“, so Schmidhofer.
Für die Mitarbeit an der Broschüre konnten neben der Sucht- und Drogenkoordination Wien und der Niederösterreichischen Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung zahlreiche ExpertInnen gewonnen werden: Dr. Thomas Elstner (Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie Rosenhügel / Entwicklungsambulanz), Mag.a Dr.in Gerda Kaiser (Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie / Drogenambulanz), Dr.in Jutta Korosec (Verein Dialog), DSA Sonja Kuster (Abteilung Liaisondienste der Sucht- und Drogenkoordination Wien), Dr.in med. Gerlinde Balluch (AIDS Hilfe Wien), Dr.in Sabine Fiala-Preinsperger (Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie), Ulrike Heil (Familienhebammen MA 15), Mag.a Sonja Geyer (Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien).

Die Broschüre „Schwangerschaft und Drogen“ wurde breit verschickt und von den Fachstellen, aber auch von den niedergelassenen ÄrztInnen, Apotheken, der Jugend-wohlfahrt und weiteren Stellen sehr gut angenommen und breit nachbestellt.
Dieser Publikation folgt im Jahr 2011 eine Broschüre zum selben Thema, die sich aber an jene richtet, die mit den Frauen und deren Angehörigen arbeiten.
Danach sollen unter der Mitarbeit von weiteren ExpertInnen zwei Broschüren zum Thema „Schwangerschaft und Alkohol“ folgen.

„Durch die verstärkte Zusammenarbeit in diesem Bereich kann sichergestellt werden, dass drogenabhängige Schwangere und Mütter mit Kindern alle Hilfe bekommen, die sie benötigen“, so der Wiener Drogenbeauftragte und selbst niedergelassener, substituierender Arzt Dr. Alexander David.

Schwerpunkt Schwangerschaft und Sucht

Der Themenkomplex “Sucht und Schwangerschaft” war im Jahr 2010 Schwerpunktthema des Bereichs Beratung, Behandlung und Betreuung der Sucht- und Drogenkoordination Wien. Verschiedene neue Projekte, Arbeitskreise und Initiativen wurden gestartet. Ziele waren dabei die Entwicklung von Standards bei der Betreuung (gemeinsam mit der Jugendwohlfahrt und innerhalb des Wiener Sucht- und Drogenhilfenetzwerks), die Zusammenarbeit von unterschiedlichen ProfessionistInnen sowie die Sensibilisierung für das Thema in Fachkreisen und in der Öffentlichkeit.

Das Projekt „Optimierung der stationären Betreuung Neugeborener substanzabhängiger Mütter“ ist eines der herausragenden Projekte mit Beteiligung der Fachstellen für Sucht und Drogen. Das Gottfried von Preyer’sche Kinderspital ist neue Wege gegangen. Unter anderem wurde die Zusammenarbeit all jener, die an der Betreuung der Babys und deren Eltern (ÄrztInnen, Pflege, Sozialarbeit, Nachsorgeeinrichtungen etc.) beteiligt sind, verbessert und das Personal im Umgang mit den Kindern und Eltern gezielt geschult. Dafür bekam das Projekt den 3. Platz beim Gesundheitspreis der Stadt Wien.

Das Original zu diesem Ausdruck finden Sie online unter http://drogenhilfe.at/?p=3988.

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