Überblick über Kooperationen und Arbeitskreise zum Thema drogenabhängige Schwangere, Mütter und Väter in Wien
Vor rund 15 Jahren wurde in Wien damit begonnen, schwangeren, drogenabhängigen Frauen besonderes Augenmerk zu schenken. Die Intention war, diese Frauen so rasch als möglich in das Betreuungs- und Behandlungsschema einzubinden.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine gute Betreuung dieser Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt, wesentlich zur medizinischen und psychosozialen Stabilität der Mütter beitragen kann. Dadurch ist es möglich eine positive Mutter-Kind-Beziehung aufzubauen, die deutlich zur Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Entwicklung der Kinder beiträgt. Eine vernetzte Zusammenarbeit der ProfessionistInnen und der Einrichtungen bildet die Basis für eine gute Betreuung.
Während vor 15 Jahren ca. 30 Geburten von Kindern substanzabhängiger Mütter in Wien bekannt waren, ist hier vor allem in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg feststellbar. So wurden für das Jahr 2008 insgesamt 112 Geburten verzeichnet. Folgende Faktoren können hier als mögliche Erklärung angeführt werden: Einerseits sind die Frauen aufgrund der Substitution stabiler und gesünder als noch vor einigen Jahren, was zu einem tatsächlichen Anstieg der Geburten geführt hat. Andererseits ist eine höhere Sensibilisierung der ProfessionistInnen in diesem Bereich gegeben. So überweisen zum Beispiel praktische ÄrztInnen die schwangeren Frauen an Drogeneinrichtungen, wodurch das Neonatale Abstinenzsyndrom (NAS) eines Babys vom Krankenhauspersonal besser erkannt werden kann. In diesem Sinne ist der Weg der Kooperationen und Vernetzung auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil im Hinblick auf die Betreuung dieser Mütter und ihrer Kinder.
In Wien haben sich folgende TrägerInnen zur Kooperation bereiterklärt und arbeiten in verschiedenen Gremien zusammen: Die MAG 11, die SDW, der KAV und die MA 15. Dr. Alexander David ist als Drogenbeauftragter der Stadt Wien in all diese Gremien miteingebunden.
Im Laufe der letzten Jahre haben sich zudem mehrere Arbeitskreise gebildet. Jeder dieser Arbeitskreise orientiert sich unterschiedliche Schwerpunkte, Zielsetzungen und Zielgruppen. Einige der TeilnehmerInnen sind in mehreren unterschiedlichen Arbeitsgruppen vertreten, sodass ein reger Wissenstransfer gewährleistet ist.

